Früchte und Beeren

 

An dieser stelle möchte ich eine Aussage wiedergeben, die ich Anfang 2002 in einem Leguan-Forum fand. Sie stammt von Ingo Kober:

"Eine Vielfalt an angebotenen Wiesenkräutern ist nach heutigem Erkenntnisstand ein besserer Ersatz als Obst. Wegen des hohen Gehaltes an Oligosacchariden füttert man mit dem Obst nämlich den falschen Anteil der Darmflora des Iggies. Sprich: Die fakultativen Gärer. Die Produzieren erstens Gas, zweitens Säuren und überwachsen drittens die Lactobacillacaeae, die eigentlich den größten Anteil der Darmbakterien stellen sollten. Zusätzlich wird dadurch die Resorption im Darm gestört. Also selbst bei besten Vitaminen im Obst ist deren Verwertung gefährdet.
Soweit zum Stand der Erkenntnisse...der natürlich immer wieder updatbar ist. "

Wegen der vielen Fremdwörter hier noch einmal in deutsch:

" Für die effektive Aufnahme wichtiger Inhaltsstoffe aus der Nahrung spielt die Beschaffenheit des Darminhaltes eine große Rolle. Ganz wichtig dazu ist die Zusammensetzung der Bakterienbevölkerung. Im Darm von reptilien dominieren normalerweise Milchsäurebakterien. Also anders als im Säugerdarm, wo Enterobakterien vorherrschen. Bei unnatürlich hohem Gehalt an Zuckern in der Nahrung, sprich Obstfütterung, vermehren sich gewisse, meist eben zu den Enterobakterien zählende Bakterienstämme viel stärker als üblich. Diese Bakterien produzieren im Darm nicht nur fleißig Gase und Säuren, die dort sonst selten sind, sondern konkurrieren auch mit den eigentlichen Darmbakterien um Lebensraum. Da durch Obst nun diese unerwünschten Baktis besonders gute Lebensbedingungen haben, werden die eigentlich wichtigen Darmbakterien mehr und mehr verdrängt. Das gesamte innere Darmmilieu ändert sich und letztlich ist auch die Aufnahme wichtiger Nährstoffe, Vitaminen und Mineralien gestört. Zusätzlich bewirkt das Fehlen unverdaulicher Pflanzenfasern einen gestörten Transport von Nahrung im Darm, was oben dargestellte Probleme noch verschlimmern kann.
Das ist der Hauptgrund, warum man Leguanen Obst nur gelegentlich und in kleinen Mengen geben sollte-unabhängig von dessen Vitamingehalt.

Das ist die stark eingedeutschte Version von dem, was ich oben sagen wollte....
" (Ingo)

 

Noch Fragen? Möchte man dennoch gerne Obst verfüttern, kristallisiert sich in meinen Augen heraus, dass Beeren dafür am geeignetsten sind. Zwischen Früchten und Beeren gibt es nämlich einen Unterschied, den vielleicht nicht jeder kennt:

Jede Samenumschließende "Hülle" bei einer Pflanze ist eine Frucht! Normalerweise entwickelt sich die Frucht gleichzeitig mit der Ausbildung des Samens, weil die Fruchtbildung durch die im Samen enthaltene Phytohormone ausgelöst und gesteuert wird. Bei Samenlosen Früchten, z.B. Sorten von Apfelsinen, Weintrauben, Gurken u.a., kann es jedoch auch ohne Befruchtung zur Bildung von von Früchten kommen, sog. Jungfernfrüchtigkeit oder Parthenokarpie.

Fruchtformen: (Nur die, die bei der Iguanaernährung eine Rolle spielen) Schließfrüchte.

Die Fruchtknotenwand, die sich bei echten Früchten zur Frucht umbildet, kann sehr unterschiedlich verändert werden. Das Fruchtgewebe kann fleischig sein und Zucker und organische Säuren enthalten; die Samen sind im Fruchtfleisch eingebettet. Solche Früchte werden als Beeren bezeichnet; typische Vertreter sind Weintraube, Tomate, Gurke, Johannisbeere u.a. Ist nur der äußere Teil fleischig und der innere Teil durch die Ausbildung von Steinzellen sehr hart, handelt es sich um Steinfrüchte. Vertreter sind hierfür z.B. die Kirsche und Pflaume wie auch die Walnuss. (Bei der Walnuss ist die grüne Schale der fleischige Teil). Die bisher beschriebenen Fruchtformen werden deshalb als Schließfrüchte bezeichnet, da sie die Samen bei der Reife nicht freigeben.

Bei den Kernfrüchten, z.B. Apfel, Birne und Quitte wird das Fruchfleisch von der Blütenachse gebildet, nur das pergamentartige Kerngehäuse, das den Samen umschließt, entsteht aus den Fruchtblättern. Auch das leuchtendrote Fruchtfleisch der Erdbeere besteht aus der fleischig gewordenen Blütenachse. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind kleine Nüßchen, die außen auf der saftigen Fruchtachse sitzen. Auch bei der Rose sind die Früchte Nüsse, die jedoch in der gefärbten, krugartig ausgehöhlten Blütenachse, der Hagebutte, eingesenkt liegen.

Manchmal sind nicht nur Blütenteile, sondern der ganze Blütenstand an der Fruchtbildung beteiligt, z.B. bei der Ananas. Der kolbige Blütenstand und die miteinander verwachsenen Blüten und Deckblätter werden in saftiges Fruchtfleisch umgewandelt. Aus Blüten mit vielen Fruchtknoten entwickeln sich Sammelfrüchte. Die Einzelfrüchtchen sind mehr oder weniger fest miteinander verbunden, so daß der Eindruck einer größeren Einzelfrucht entsteht. Beispiele für Sammelfrüchte sind z.B. Brombeere und Himbeere.

(Auszugsquelle: "Grundlagen des Gartenbaues" von Ulrich Sachweh / Ulmer Verlag)

Einige Inhaltsstoffe mancher Beeren findest du in der Nährwerttabelle.

Andere Beeren, die sich eignen sind:

  • Walderdbeere
  • Himbeere (auch die Blätter)
  • Brombeere
  • Beere (Steinkern) der Kornelkirsche "Herlitze" (Cornus mas)
  • Eingeschränkt nur die reifen Beeren vom Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) - (100g = 9g Zucker, 2g Eiweiss, 7g Rohfaser, 18mg Vit.C, 700mg Mineralstoffe); die Blätter enthalten zu hohe Konzentration an Blausäure!
  • nur die reifen Beeren der Eberesche/Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
  • nur die reifen Beeren der Mahonie (Mahonia aquafolium) - Aus den blauen Beeren wird ein "Wein" gemacht"
  • Beere des Zweigriffligen Weissdorn (Cataegus laevigata) - Beeren sind roter, runder und "dicker" als beim Eingriffligen Weissdorn
  • Früchte der Hagebutte (1700 mg Vit. C und 5 mg Provit.A auf 100 g)

Heidelbeere

(Vaccinium myrtillus)

Die Heidelbeere ist in manchen Wäldern auf sauren Böden bodendeckend. Man erkennt sie - ohne auf die Früchte zu schauen - an den hellgrünen Blättern, die stets fein gezähnelt sind. Der Saft der Beeren ist blau, im Unterschied zur Rauschbeere, deren Beeren farblosen Saft führen. Die Früchte enthalten nicht unbeträchtliche Mengen an Vitamin C. Vor allem schmecken sie wegen ihres Gehalts an blauem Farbstoff, dem Anthozyan.

Sanddom

(Hippophae rhamnoides)

Neuerdings sind Sanddornpflanzen aus den verschiedensten Gründen Ziersträucher in Gärten oder Anlagen geworden. Einer der Gründe ist ihr herbstlicher Beerenschmuck. Will man ihn haben, dann muss man aufpassen: Sanddorn ist nämlich zweihäusig, und dies bedeutet, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Natürlich tragen nur letztere Früchte und damit Beeren. Diese Beeren sind außerordentlich reich an Vitamin C (500 mg/100 g Früchte). Die Beeren sind essbar.

Preiselbeere

(Vaccinium vitis-idaea)

Preiselbeeren wachsen nur auf sauren Lehmböden, und zwar vorzugsweise in Mischwäldern, Nadelforsten, gehen aber auch in Hochmoore und in alpine Zwergstrauchheiden. Die Blüten (Mai - August) sind meist unauffällig, die Beeren rot. Die Preiselbeere kommt, wenn überhaupt, oft in ausgedehnten Beständen vor und ist eine wertvolle und geschätzte Wildfrucht.

Beeren enthalten: Neben mehreren organischen Säuren Gerbstoffe, etwas Provitamin A und reichlich Vitamin C. Früher nutzte man auch die Blätter als Tee, weil sie viel Arbuin enthalten.