Leguanhitliste der "Zimmer- u. Zierpflanzen"

 

Dass man seinen grünen Leguan nur ganz wenig bis gar nicht mit tierischen Eiweissen (Grillen, Mehlwürmer, Mäuse,  Hunde- u. Katzenfutter u.s.w.) füttern  darf, sollte jedem Leguanbesitzer inzwischen hinreichend bekannt sein. Leguane sind Blattfresser.

Die Herstellung des richtigen Klimas ist, allein für sich gesehen, schon eine relativ komplizierte Sache, aber den Leguan auch dauerhaft richtig zu ernähren ist meiner Meinung nach das Schwierigste an der Haltung dieser Grossechsen überhaupt. Tierliebe allein reicht nicht, auch nicht das bestklimatisierte Terrarium (Gute Tipps zum Terarriumbau gibts hier). Ich bin der Meinung, der fehlende regelmäßige Zugang zur Natur, Terrasse , Balkon oder anderer Möglichkeit Futter herzustellen/zu entnehmen sollte ein Kriterium dafür sein, sich gegen die Haltung eines grünen Leguans zu entscheiden! Die Möglichkeit sich eine Futter-Resource in Form von Zierpflanzen zu erschliessen, besteht aber durchaus und soll hier näher fokussiert werden.

Leguane verbringen in ihrer Heimat die meiste Zeit auf Bäumen, wo sie auch ihre Nahrung aufnehmen. Deshalb sollte man bei der Wahl der Futterpflanzen auch verstärkt den dort wachsenden Pflanzen Aufmerksamkeit schenken. Ich bin stolz darauf, aufgrund dieser überlegung hier mitteilen zu können, dass ich 2001 auf zwei authentische Leguan- Futterpflanzen gestossen bin.

Mashua und Batate!

Die Mashua oder Kapuzinerkresse (Tropaeolacae )

Leicht kann man sich mit einem oder zwei Päckchen Samen versorgen und diese Pflanzen heranziehen. Sie ist sehr gut für eine Koexistenz im Terrarium geeignet, da sie unter Zimmerbedingungen mehrjährig ist.

 

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Die Bataten oder die Windengewächse (Convolvulaceae)

Im Bereich potentielle heimischeFutterpflanzen habe ich schon auf die Ackerwinde hingewiesen. Was ich über die Familie der Windengewächse erfuhr, veranlasst mich zu vermuten, dass auch in dieser Richtung ein neues großes Potential an geeignetem Leguanfutter zu erschliessen ist.

Windengewächse

 

Weitere Bonbons für die Schleckermäuler:

 

 

Jeden Leguan kann man mit Magnolienblüten beglücken.

Magnolienblüte

Wie wäre es zu Weihnachten/ Ostern mit einen Weihnachtskaktus oder Osterkaktus für den Leguan?

Weihnachtskaktus

Ein Hibiscus  blüht willig  (für den Leguan) und verschönert Balkon und Garten.

Hinweis: Hibiscus rosa-sinensis (Eibisch, Roseneibisch, Chinarose)wird von der Giftpflanzen- Datenbank Universitä Zürich als 'vermulich ungiftig' eingestuft.

Bild und Beschreibung

 

Generell ist es schwierig etwas über Inhaltsstoffe vieler Pflanzen, insbesondere Zierpflanzen zu finden. Die hier genannten Arten werden nach bestem Wissen und Gewissen in ihrer Geniessbarkeit als unbedenklich eingestuft. Unter Vorbehalt, versteht sich. Zur Sicherheit könnt ihr euch hier über viele Pflanzen informieren, oder selbst in Büchern oder verlinkten Web-Sites recherchieren.

In den "Gärtnergedanken" von Andy findest du weitere nützliche Tips zu Pflanzen, die man in das Terrarium verbringen kann.

Die Pflanzen nicht zu früh und zu heftig ernten, damit sie sich wieder erholen können. Schliesslich produzieren sie für uns nachwachsende Futtermittel! Ein bisschen Pflege haben auch sie sehr gerne. Weil Leguane Blumen lieben kommen hier noch mehr von ihnen:

 

Blüten aller Rosenarten, z.B. Hundsrose, auch von "Edelrosen". Bitte nur ungespritzt und auf gar keinen Fall gekaufte Blüten verwenden, die sind alle irgendwie behandelt!

 

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Flockenblume (Centaurea jacea -scabiosa)

Enthält Gerbstoffe und Flavone

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"Schwarzäugige Susanne" (Thunbergia alata)

Rankend, ungiftig. Blüten.

Bild

Grünlilie (Chlorophytum)

Nur die selten gebildeten Samen sind leicht giftig

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Bougainvillea

Die kennt wohl fast jeder, oder?

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Bei den letzten beiden ist wenig über Inhaltstoffe zu finden. Auf jeden Fall sind sie nicht giftig und werden gern angenommen.

Für alle Pflanzen gilt:Nach Neuerwerb aus dem Gartencenter etc. bitte mehrere Wochen/ Monate nicht verfüttern bis sich eventuelle Pflanzenschutzmittel abgebaut haben!

Sandra hat was Interessantes über die Passionsblume gefunden:

Passiflora incarnata findet als Nutzpflanze verwendung und zwar interessanterweise nicht (nur) die Frucht, sondern auch die Blätter! Sie werden als Tee und Gewürz verwendet. Wirkung: Mildes Beruhigungsmittel, wirkt antidepressiv, stimuliert das Gehirn und steigert die allgemeine Aktivität. Leider waren wieder einmal keine Inhaltsstoffe beschrieben, aber dann kann es mit der Giftigkeit doch nicht so wild sein! Überhaupt finde ist die Widersprüchlichkeiten in der sog. "Giftigkeit" bei den Angaben zu Pfl. in den Wissenschaftlichen Beschreibungen fast erschreckend.

Vorsichtshalber nur in geringen Mengen verfüttern.

 

Weitere Ergänzungvon Andreas (gel. Gärtner) zur Zimmerpflanzenliste:

Ich habe bewusst nur bekannte "Zimmerpflanzen" aus den Herkunftsländern der Iguanas ausgewählt, um wahrscheinlich authentische Futterpflanzen aufzuzeigen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eignen sich auch viele "Zimmerpflanzen" mit z.B. afrikanischer oder asiatischer etc. Herkunft zum Verfüttern (wie z.B. die schon bekannten Chlorophytum und Thunbergia), aber das muss jeder selbst versuchen und würde aus wohl verständlichen Gründen hier auch zu weit führen. Einige wenige der Pflanzen die ich gefunden habe, sind im Handel allerdings so selten oder gar nicht zu bekommen, so das ich sie weggelassen habe, da sich die Auflistung nicht lohnen würde. Leider ist über die meisten der genannten Arten; obwohl teils seit langem hinlänglich im Import und in der Vermehrung bekannt, äußerst wenig bis gar nichts über Inhaltsstoffe zu finden. Die bekannt "giftigen" Arten bzw. die mit bekannt schädlichen Inhaltsstoffen wurden von mir nach bestem Wissen und Gewissen bereits im Vorfeld außer acht gelassen. Alle nachfolgend aufgeführten Arten werden als ungiftig / max. als leicht giftig in der Fachliteratur geführt. Ich übernehme aus den oben genannten Gründen (und weil meine eigenen "Tests" dazu sich noch eine ganze Weile hinziehen werden) keinerlei Verantwortung bei der Verfütterung dieser Pflanzen an Eure Tiere !!! Über die verschiedenen Arten macht sich bitte jeder bei Bedarf selbst kundig! Bei Gattungen, wo z.B. nicht alle Arten aus Mittel- bzw. Südamerika stammen etc. ist dies erwähnt oder die Arten sind einzeln aufgeführt. Die nachfolgend aufgeführten Gattungen / Arten sind normalerweise ohne Probleme in gut geführten Gärtnereien bzw. Gartencentern zu beziehen:

1. Abelia floribunda - immergrüner Strauch - Herkunft: Mexiko - Blütezeit: V - VI Es gibt 10 Arten, die anderen stammen jedoch überwiegend aus China.

2. Abutilon (Schönmalve) - Strauch - Herkunft: Bras., Venez., Kol., Chile - Blütezeit je nach Art verschieden - 10 Arten - schwach giftig

3. Achimenes (Schiefteller) - Staude - Herkunft: Mex., Guat., Costa Rica etc. - Blütezeit je nach Art verschieden - 15 Arten

4. Amaranthus (Fuchsschwanz) - Einjährig - Nutzpflanze - Herkunft: trop. - subtrop. S-Am. - Blüte meist von VII - IX - 6 Arten - Die einen sagen ungiftig, andere bezeichnen sie als schwach giftig - Inhaltsstoffe: Gerbstoffe und einen Farbstoff

5. Asarina (Gloxinienwinde) - Staude bzw. Kletterpfl. je nach Art - Herkunft: überw. aus Mex. - Blüte meist von VII - IX - 7 Arten

6. Bougainvillea - kletternder Strauch - Herkunft: Bras., Kol., Peru - Blüte: IV - VI - 4 Arten - ungiftig

7. Calathea (Korbmarante) - Staude - Herkunft: überwiegend aus Bras. - 27 Arten - ungiftig

8. Callisia - Staude - Kriechend / hängend - Herkunft: Mex., Guat. - 6 Arten

9. Columnea - Halbstrauch / hängend - Herkunft: überwiegend aus Costa Rica etc. - 24 Arten - nur Col. sanguinea stammt aus Westind.

10. Fuchsia - Strauch - Herkunft: in ganz Mittel- Südamerika vertreten - 27 Arten - F. colensoi, -excorticata, -procumbens sind aus Neuseeland, F. triphylla kommt aus Haiti / Dom. Rep.

11. Gesneria (nur G. cuneifolia, -pedunculosa) - Staude - Herkunft: Costa Rica - 5 Arten

12. Gloxinia - Staude - Herkunft: Kol., Bras., Peru, Bol. - 2 Arten (G. perennis, -sylvatica)

13. Guzmania - Bromelie - Herkunft: ganz Mittel- und Südamerika - 19 Arten

14. Maranta (Pfeilwurz) - Staude - Herkunft: überw. Bras. - 5 Arten (mit etlichen Unterarten / var.)

15. Neoregelia - Bromelie - Herkunft: überw. aus Bras. - 13 Arten

16. Nidularium - Staude (Bromeliaceae) - Herkunft: Brasilien - 11 Arten

17. Sinningia (Gloxinien) - Staude - Herkunft: überw. Bras. / Mex. - 16 Arten - ungiftig

18. Stromanthe - Staude - Herkunft: Brasilien - 3 Arten

19. Vriesea - Bromelie - Herkunft: Brasilien - 3 Arten

20. Cissus (Klimme) - rankende Staude bzw. rank. Strauch - nur die Arten: - amazonica (Amazonasgebiet) - gongylodes (Bras.,Parag.,Peru) - rhombifolia (von Mex. durch d. trop. Am.) - sicyoides (S.-Am.) - striata (Chile, S-Bras.)

Diese 20 Pflanzen sind der kümmerliche Rest einer Liste von über 180 !eigentlich zumindest von den Verbreitungsgebieten her "passenden" Pflanzen. Bei meiner Recherche war ich sehr überrascht, das der überwiegende Teil geradezu "strotzt" mit Oxalaten !!! Über die Hälfte der Pfl. aus meiner Vorauswahl habe ich aus diesem Grund im Vorfeld schon von meiner Liste gestrichen. Dies hat mich fast zu der Überzeugung gebracht, das Iguanas Oxalatverbindungen eigentlich egal sein müssten; aber wer weiß das schon sicher ? Andere wurden wegen akuter Giftigkeit u.ä. gestrichen oder weil sie bei uns praktisch nicht zu beziehen sind oder so ein minimales Wachstum etc. aufweisen, das sie wieder uninteressant sind. Deshalb habe ich auch keine der unzähligen Orchideenarten erwähnt, da dies wohl allein aus Kostengründen nicht zur Debatte steht. Die z.B. in der Liste aufgeführten Bromelienarten werden wohl auch aufgrund des geringen Wuchses und der geringen "Masse" eher einen Dekorationswert im Terrarium haben. Zumindest braucht man sich bei den aufgelisteten Pfl. keine Sorgen zu machen wenn mal einer dran knabbert.

 

Habe noch was gutes bezüglich Pflanzenschutz ( Blattläuse) Das folgende Mittel ist echt nicht übel und gar nicht mal eine Chemiekeule, habe ich erstmals getestet und finde das richtig gut: Von Neudorff das Mittel "Neudosan neu Blattlausfrei" Wirkt auch gegen Spinnmilben (sogar sehr gut) sowie weiße Fliege und ist auch für Innenräume geignet (riecht wirklich dezent im Vergleich mit anderen Präparaten) !! Klasse ist, das es sich hervorragend auch für den Einsatz an Nutzpflanzen eignet, da aufgrund des "Wirkstoffes" keine Wartezeiten bis zur Ernte anfallen. Der Wirkstoff besteht lediglich aus Salzen (Kaliumsalze) natürlicher Fettsäuren. Dieser wird schnell abgebaut und ist "unschädlich" für Nützlinge und Bienen. (z.B. Ameisen werden auch erst mal "festgepappt", laufen aber nach dem Abtrocknen wieder munter durch die Gegend; die Schädlingen geben aber schon nach kurzer Zeit den Löffel ab). Ich vermute mal, das die Wirkung allein darauf beruht, das sich die Atemöffnungen der Schädlinge "zupappen" und diese ganz simpel ersticken. Durch Abwaschen der Pflanzenteile sind diese schon am nächsten Tag zum Verzehr (auch für den Grünen) geeignet, da bei diesem Mittel nichts von der Pflanze aufgenommen wird und sich somit auch nichts anlagern kann. Um z.B. Spinnmilben los zu werden, die grade bei Pflanzen im Terra klimabedingt schnell mal da sind ist es Klasse, da befallene Pflanzen schon einen Tag nach der Behandlung wieder eingesetzt werden können. (Vorher einmal abbrausen) Ein hinzunehmder "Nachteil" ist, das man wirklich jeden einzelnen Schädling naß treffen muss, um eine Wirkung zu erzielen. (tropfnass auch die Blattunterseiten "einseifen"). Ich kann es jedenfalls gerade für unsere Ansprüche nur emfehlen und war wirklich angenehm von der guten Wirkung überrascht.

Thema Milben; "Neudosan neu Blattlausfrei" hab ich jetzt ausprobiert gegen Milben an den Leguanen... nach drei Wiederholungen ist Ruhe ohne chem. Gefährdung für die Grünen. Nach dem auftrocknen kann der schon wieder leckend drüberlaufen, ohne das was passieren kann. Muss nur tropfnass gesprüht werden, damit die Viecher auch alle benetzt werden; wirkt genau so gut wie bei Läusen!